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Neue Leihgaben von Hildesheimer Bürgerinnen und Bürgern in der Sonderausstellung

Zur Halbzeit der Sonderausstellung sind nicht nur einige der kostbarsten Exponate - zwei mittelalterliche Handschriften - ausgetauscht worden. Jetzt wurde auch die Vitrine mit Leihgaben von Hildesheimer Bürgerinnen und Bürgern umgestaltet.

Die beiden Kuratoren der Ausstellung, Dr.-Ing. Ulrich Knufinke und Dr. Markus Blaich, sind immer noch beeindruckt von der großen Resonanz, die ihr Aufruf vor einigen Monaten gefunden hatte:" Uns wurden vor Beginn der Ausstellung über 100 Objekte anvertraut - viele sehr schöne und interessante Stücke, die von der ganz persönlichen Beziehung der Hildesheimerinnen und Hildesheimer zur Geschichte ihrer Stadt zeugen", berichtet Ulrich Knufinke. 

Die Vitrine im Eingangsbereich der Sonderausstellung wurde nun weitgehend umgestaltet, mit neuen Exponaten bestückt und neu beschriftet. Ein Kreuz aus Holz vom Tausendjährigen Rosenstock, historische Bücher und Broschüren, Fotos und andere Stücke aus Privatbesitz erzählen ihre eigenen Geschichten. "Der finanzielle Wert dieser Exponate mag nicht besonders hoch sein, beeindruckend sind aber die zahlreichen Bereichte und Erinnerungen an Alt-Hildesheim, die mit ihnen verknüpft sind", meint Markus Blaich. Ein sehr ungewöhnliches Ausstellungsstück ist eine Weihnachtskugel mit einem Hildesheimer Panorama. Vorbild ist ein Glasfenster aus dem 17. Jahrhundert, das aus der stadtgeschichtlichen Sammlung im Knochenhauer-Amtshaus stammt. Außergewöhnlich ist hier die Darstellung als Winterbild mit schneebedeckten Gebäuden und Landschaften, die der Künstler detailgetreu wiedergegeben hat.

Diese persönlichen Leihgaben aus Hildesheim erlauben so einen ganz besonderen Blick auf das "Stadtgefühl" zum Jubiläumsjahr - einen Blick, der zugleich nachdenklich stimmt, manchmal erheitert und bisher Unbekanntes zeigt.

Zwei mittelalterliche Handschriften seit 1. Juli in der Ausstellung!


© Staatsarchiv Hannover

Zwei außerordentlich kostbare und schöne mittelalterliche Handschriften sind seit 1. Juli in der Sonderausstellung "Hildeheim im Mittelalter - Die Wurzeln der Rose" zu sehen. Am 29. Juni 2015 kam die wertvolle Fracht per Kunstpedition, begleitet von Experten des Staatarchivs in Hannover und der Universität Leipzig,  im Roemer- und Pelizaeus-Museum an. Bis zum Ende der Ausstellung am 04.10.2015 können die "Vita Bernwardi" und die "Jüngere Hildesheimer Briefsammlung" nun bewundert werden. Sie ersetzten die bisher gezeigten mittelalterlichen Schriften den "Bernward-Psalter" und das "Goldene Hildesheimer Kalendarium" aus der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. "Aus konservatorischen Gründen können solche herausragende historische und künstlerische Werke nur für kurze Zeit in einer Ausstellung präsentiert werden", erläutert Madeleine Alsen, Restauratorin am Roemer- und Pelizaeus-Museum. "Deshalb haben wir jetzt die beiden bisher gezeigten Exponate gegen die genauso bedeutenden Stücke aus Hannover und Leipzig getauscht."

Die "Vita Bernwardi" aus dem Staatsarchiv Hannover wurde Ende des 12. Jahrhunderts in Hildesheim geschrieben. Die Anfangsbuchstaben der Abschnitte, die Initialen, sind reich verziert. Das Gold und die Farben strahlen noch wie am ersten Tag. In diesem Buch wird die Lebensgeschichte Bischof Bernwards von Hildesheim geschildert, der in dieser historischen Zeit heilig gesprochen wurde.

Die sogenannte "Jüngere Hildesheimer Briefsammlung" (Universitätsbibliothek Leipzig) stammt ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Die hier gesammelten Breife erlauben erstaunliche Einblicke in die Geschichte des Bistums und in das Leben an der Hildesheimer Domschule. "Die Probleme junger Studenten waren im Mittelalter offenbar ähnlich wie heute: Geld und Unterbringung spielen in den Briefen eine große Rolle.  Doch es geht auch um Überfälle auf Studenten und sogar um einen Mordfall", erläutern die Kuratoren Blaich und Knufinke die Aussagekraft der Briefsammlung.

Die Wurzeln der Rose
Hildesheim im Mittelalter

Leitausstellung zum Jubiläum "Hildesheim 1200"
31. März - 4. Oktober 2015

2015 feiern Stadt und Bistum Hildesheim gemeinsam ihren 1200. Geburtstag. Mit der Gründung eines Bistums im Jahr 815 wurde die Basis für eine der ältesten und kulturell weit ausstrahlenden Siedlungen Norddeutschlands gelegt. Die Gründung spiegelt sich im Mythos der bis heute blühenden „Tausendjährigen Rose“ am Hildesheimer Dom wider. Vom 31. März bis 4. Oktober 2015 können Besucher der Ausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum die Spuren des Mittelalters und die Wirkung dieser Epoche bis in die moderne Zeit verfolgen – und die historischen „Wurzeln der Rose“ entdecken.

Die Schau verknüpft die Kulturgeschichte Hildesheims mit seinen herausragenden architektonischen und künstlerischen Zeugnissen mit der sozialen und politischen Geschichte der Stadt bis Mitte des 14. Jahrhunderts. Neue archäologische Funde und kostbare Exponate zeichnen den konfliktreichen Weg vom Bischofssitz zur Bürgerstadt im frühen und hohen Mittelalter nach und veranschaulichen die intensive Wechselwirkung zwischen Stadt und Bistum. Als eine „Expedition in die unbekannte Stadt zu unseren Füßen“ erlaubt die Ausstellung dem Besucher, von den sichtbaren Bauten, Straßen und Strukturen in das Verborgene vorzudringen.

Die Rückbindung an das heutige Stadtbild zeigt, dass europäische Geschichte gleichsam vor unserer Haustür stattgefunden hat und auch jetzt noch spürbar ist. Damit wird die besondere Rolle Hildesheims als kirchliches und weltliches Zentrum im mittelalterlichen Norddeutschland deutlich und macht die Ausstellung auch für auswärtige Besucher spannend.

Moderne Medien, Elemente zum aktiven Erforschen des Mittelalters und ein breitgefächertes Rahmen- und Vermittlungsprogramm runden das Ausstellungserlebnis ab.

Mitmachstationen für die Sonderausstellung

Seit August 2014 arbeitete Jan Medewitz, mit der Unterstützung seiner Ausbilderin Dagmar Wilhelm, in der Tischlerei des Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte an zwei Projekten für die Sonderausstellung „Hildesheim im Mittelalter - Die Wurzeln der Rose". Eines dieser Holzarbeiten ist ein Stadtmodell, welches aus vielen kleinen Bauelementen besteht. Diese geben den Besuchern der Ausstellung die Möglichkeit eine mittelalterliche Stadt ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. So lässt sich jede in Norddeutschland mögliche romanische Stadt oder auch Kirche nachbauen. Die Verbindung zu Hildesheim stellen dabei bekannte Bauten wie z.B. der Kehrwiedertrum oder die Andreaskirche her, welche nach Belieben mit einbezogen werden können. Die verwendeten Holzarten dienen hierbei als Unterscheidungsmerkmal, die Wohnhäuser bestehen aus Buche, die Stadtbefestigung aus Esche und die Kirchen aus Nussbaum.

Für die Workshopangebote der Sonderausstellung wurden mittelalterliche Schreibpulte aus Birkensperrholz hergestellt. Detailgetreu enthalten diese dreieckige Löcher für „Tintenknochen" und ein kleines Loch für das Abtropftuch. Nach dem Ende der Sonderausstellung werden die Objekte im Stadtmuseum im Knochenhauer Amtshaus genutzt.

Ein außergewöhnlicher Audioguide!

© Roemer- und Pelizaeus-Museum

Die Audioguidetexte für die Sonderausstellung wurden, unter der Leitung von den Dozenten Nathalie Mälzer und Hansjörg Bittner, von zwei Kursen der Universität Hildesheim erstellt. In Kooperation mit Radio Tonkuhle mussten die Texte zusätzlich als Beitrag für den Hörfunk geeignet sein. Die einzelnen Exponate wurden jeweils von zwei Studierenden beschrieben, das fachliche Wissen vermittelten die Kuratoren der Sonderausstellung. Der Audioguide führt die Besucherinnen und Besucher durch die 15 Stationen der Ausstellung und lässt sie wertvolle und faszinierende Objekte entdecken. Ziel des Audioguides ist es zudem auch Sehbehinderten Menschen einen Zugang zur Geschichte des mittelalterlichen Hildesheims zu ermöglichen. Der barrierefreie Orientierungsguide wurde von zwei Studentinnen konzipiert, welche sich in die Lage eines Blinden hineinversetzt haben und im Museum, zusammen mit einem sehbehinderten Museumsmitarbeiter, die Verständlichkeit ihrer Texte überprüften. Das Einsprechen erfolgte am Ende des Projekts bei Radio Tonkuhle und wurde von zwei Studentinnen des Studiengangs „Medientext und Medienübersetzung" übernommen.

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